05 / Juli / 2021                                                  Rekapitulation und das Pirschen


Während den vergangenen Monate habe ich mich, bedingt durch meine Lebensumstände, die Corona-Situation und der sich damit noch weiter verändernden Arbeitssituation mit Carlos Castaneda und seinen Büchern und deren Rezensionen beschäftigt. Eigentlicher Grund für eine eher umfassende Recherche waren die Anweisungen meiner Lehrer mich „noch tiefer“ mit der Rekapitulation und der dazugehörenden Kunst des Pirschens zu beschäftigen. Ein weiterer Grund war für mich der Bruch in den Erzählungen von Carlos Castaneda und den Geschichten über ihn, welche vor allem in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in Umlauf kamen. Beim Lesen der Bücher waren für mich die Geschichten sehr kongruent, faszinierend und inspirierend. Beim Lesen der Bücher seiner Gefährten und der Berichte über ihn erlebte ich eine eigenartige Spaltung, so war mir auf der einen Seite sehr klar dass er seine Realität und die seiner „Zauberer-Lehrer“ beschreibt. Auf der anderen Seite erlebte ich wie Carlos Castaneda in die Fallen von Macht und Klarheit geriet und wohl auch keinen Ausweg daraus fand.

Was mir aber auch auffiel, die von ihm beschriebenen Methoden funktionier(t)en für mich absolut genial. Sie halfen mir sehr schnell Abhängigkeiten zu überwinden, meine persönliche Kraft zurück zu holen und fremde Energiepakete loszulassen. Allerdings erlebte ich nach jeder längeren Rekapitulations-Sequenz wie ich härter, kälter, unnahbarer und abweisender wurde. Ich wurde mir bewusst, dass ich niemanden brauche, mich auf niemanden verlassen kann, aber auch dass mich niemand zu brauchen hat, dass niemand Ansprüche an mich stellen sollte. Ich wurde einfach zu einem Krieger auf dem Weg zur Freiheit… und tappte in die Ego-Fallen, erlebte mich isoliert, sozial und emotional verhungernd. Aber ich holte mir meine persönliche  Kraft zurück, die Rekapitulationen wurden immer tiefer, intensiver und abschliessender. Ja bis ich eines Tages erlebte, dass die Idee einer absoluten Freiheit, los- und abgelöst von Allem ein Trugschluss von Carlos Castaneda darstellt. Mit dieser lebensverändernden Erfahrung verstand ich besser was mit Don Carlos geschah und das Kapitel „Der Weg der Castaneda-Tolteken“ war für mich abgeschlossen. Eigentlich… aber eben wie das Leben so spielt, ich entdeckte Bücher von Menschen welche die Methoden von Don Carlos ebenso wie ich durchgearbeitet haben, die über eigene Erfahrungen berichteten. Einige berichteten ähnliche Erfahrungen wie ich sie machte, andere berichteten wie sie ihre Freiheit, ihren persönlichen toltekischen Weg durch Don Carlos fanden. So fragte ich bei den Meistern der Weissen Bruderschaft und meinen Lehrern immer mal wieder nach was ich mit all dem gelernten, angewandten und erfahrenen machen sollte. Häufig genug bekam ich zur Antwort: „Arbeite damit weiter, verbinde die erhaltenen Lehren und finde den roten Faden. Erkenne die Lehren dahinter und füge sie zusammen!“ Das dauerte dann mal gute 35 Jahre bis ich in den letzten Wochen (Mai - Juni 2021) in einer Serie von Träumen und Visionen die inneren Zusammenhänge betrachten durfte. 


Und so stellen sich Heute die Kunst des Pirschens und die Rekapitulation in der gegenwartsbezogenen TorWegs-Arbeit für mich dar. 


Die Kunst des Pirschens:

Grundsätzlich handelt es sich bei der Kunst des Pirschens um einen pragmatischen Handlungs- und Verhaltensansatz welcher den Praktizierenden ermöglich Charakterfixierungen (Handlungsmuster, Gefühl, Wiederholungen von den ewig selben Erlebnissen, Prägungen aus der Sozialisation / Erziehung etc.) zu erkennen und dann auch durch strategisches Vorgehen zu verändern. Ziel ist es im gesamten Erleben freier, umbeschwerter und unbefangener zu werden…. sich selber unvoreingenommen und aus der tiefsten Seelentiefe lebendig zu erfahren… und natürlich „Chef im eigenen Haus“ zu werden.

In diesem achtsam strategischen Vorgehen werden die tiefsten Glaubenssätze sichtbar… noch wichtiger für mich; sie werden direkt, unmittelbar und absolut authentisch erlebt. Diese Erfahrungen müssen erst reflektiert, noch tiefer beobachtet werden sodass z.B. die auslösenden Gefühle und die damit verbundenen Erfahrungen glasklar hervortreten. Direkt anschliessend empfehle ich den Praktizierenden Seelenreise zu ihren Meistern des Lichtes zu machen, in Thors-Bibliothek mehr Informationen zu den auslösenden und mit den Gefühlen verknüpften Erfahrungen zu sammeln. Und sie sollen ihre Meister um ein Symbol für das Ereignis bitten. Dieses Symbol wird dann zum Rekaptiulationsgegenstand.

All das wird von den Praktizierenden in einem schwarzen (!) Tagebuch des Pirschens festgehalten… sehr ausführlich und ohne Kommentare.. keine Rechtfertigungen! Dieses Tagebuch, im Untertitel als „Inventar meines Lebens“ bezeichnet, begleitet Praktizierende in der Regel einige Jahre. Zum Abschluss dieser initialen Pirschaufgabe wird das Tagebuch rituell verbrannt


Die Kunst der Rekapitulation

Sobald das Symbol (welches für das auslösende Gefühl / oder das entsprechende Erlebnis steht) gefunden ist beginnen die TorWeg-Praktizierenden mit der Rekapitulation. Ziel dabei ist es die Verbindungen, bekannt als Anhaftungen zu lösen, die persönliche Energie zurückzuholen und die Fremdenergie loszulassen. Der Fokus hat sich in den letzten Jahren deutlich verschoben. So steht in der heutigen Rekapitulation (wie auch beim Pirschen) nicht mehr nur die vollkommene Wiederherstellung der persönlichen Kraft im Zentrum sondern die Wiedererlangung der persönlichen Kraft und die Heilung aller betroffenen Wesenheiten. Damit verbunden hat sich die Stimmung der Rekapitulation sehr umfassend verändert. Heute erlebe ich jede Rekapitulationssequenz als nährend, erfüllend und heilsam. Ich erlebe wie sich die Beziehungen fast schlagartig entspannen, neue Begegnungen möglich werden.


Heute lehren wir innerhalb unserer Übertragungslinie 3 Tore der Rekapitulation (analog zu den 3 Toren des TorWeges). Die Methode bleibt in ihrer Grundstruktur über alle Tore erhalten, allerdings ändern sich der Fokus, die Stimmung und die Visualisationen auf jeder Ebene. Begleitet wird die Rekapitulation durch Atem- und Chakrenmeditationen, persönlichen Ritualen und Gebeten.


Über die Rekapitulationsarbeit wird KEIN Tagebuch geführt. Das ausführliche Niederschreiben der Rekapitulationserfahrungen würde die Anhaftungen wieder vertiefen, häufig genug auch noch intensivierend dem ganzen eine „krankhaft-übersteigerte“ Bedeutung zu messen, der Standardmensch lässt diese Erfahrungen dann auch nicht mehr los. Sie sind zu einem essentiellen Bestandteil seiner Ego-Konstruktion geworden und damit nicht mehr trennbar von seiner Seele… seinem Leben. Und das widerspricht dem Ziel der Rekapitulation zu 100%.


Was sind die Ziele der Rekapitulation?

- Auf der TorEbene 1 ist DAS grosse Rekapitulationsziel das Zurückgewinnen einer persönlichen Handlungsfreiheit. Ziel hier ist das Alltagsleben besser und freier gestalten, erleben zu können.

- Auf der TorEbene 2 stehen Beziehungen, Konflikte und damit zusammenhängende Charakterfixierungen im Fokus. Ziel ist es nährendere, liebender, freiere  Beziehungen zu erleben. Der Mensch wir in der Regel auf der TorEbene 2 erwachsen.

- Auf der TorEbene 3 richtet sich der Fokus auf die Meisterschaft im eigenen Selbst. Wurden auf der Ebenen 1 + 2 die meisten Themen bereits bearbeitet erscheinen erfahrungsgemäss auf der TorEbene 3 die subtilen Wurzeltendenzen mit unerwarteter Wucht. Es mag der Eindruck entstehen dass die Zeit welche in die Bearbeitung von Tor 1 und Tor 2 investiert wurden nichts bewirkt haben. Aber ohne diese vorbereitenden Übungen ist das Betreten des Tor 3 absolut nicht möglich… zu fundamental sind die Prozesse die hier ablaufen. So ist das grosse Ziel der Tor 3-Arbeit die Realisation des Selbst (als Emanation eines Seelenclusters) … unter weitgehender Ablösung von Ego-Anhaftungen bis hin zur Ablösung des Ego als existenzkonstituierender Struktur.


Sowohl die Kunst des Pirschens wie auch die Kunst der Rekapitulation werden in einer Eins zu Eins Situation unterrichtet und sind Gegenstand von Wochenendworkshops und der Frühlings- und der Herbstretreats.

GEDANKENARCHIV     

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