13. Dez. 2020                                                   Aufruf eines „Ältesten“


In den letzten Wochen haben der Älteste Ove Kvillegård Svensson und ich mich über die speziellen Herausforderungen dieser Corona-Zeit unterhalten. Dabei erwähnte er, dass die Ältesten Nord- und Südamerikas ihm mitteilten, dass wir in den Industrieländern wieder Kreise bilden und in diesen gemeinsam Rituale feiern sollten. Diesen Aufruf begründeten sie unter anderem damit, dass in ihren Kulturen immer weniger Menschen den „alten Pfaden“ folgen mögen, sich aber zunehmend der weissen Lebensweise zuwenden. Sie sagten, dass wir erleben wie alles aus dem Gleichgewicht gerät und wir Menschen zunehmend die Orientierung verlieren werden. Diese Entwicklung könne nur dadurch verändert werden wenn Menschen sich wieder in Kreisen zusammenfinden und alte und neue Rituale gemeinsam zelebrieren.


Vor vielen Jahren sagte Granpa Semu, ein Chumash-Medizinmann, zu mir, dass er unter den Weissen sehr viele spirituelle Berufungen (er erwähnte Medizinmänner /-frauen, Älteste und Häuptlinge) sieht, dass er aber nicht mit uns tauschen möchte. Er sagte deutlich dass er uns um unsere Aufgaben in dieser lauten Zeit (Mitte der 1990er Jahre) bedauert, doch hätten wir diesen Wegen zu folgen da diese Berufungen bei ihnen verschwinden weil ihre jungen Generationen keinen Sinn mehr in der traditionellen Lebensweise und entsprechend in den traditionellen Berufungen, Verpflichtungen und Rollen sieht. Er sagte zu mir, dass damit das spirituelle Wissen schwindet und die Welt weiter aus dem Gleichgewicht gerät. Nun sei es an uns, unsere Berufungen zu erkennen und diesen zu folgen.


Was heisst das nun konkret für uns?

Als erstes sollten wir wieder mit Bekannten Kreise bilden. Diese  beginnen mit regelmässigen Treffen und entdecken gemeinsame Interessen. In diesen Kreisen sollte eine Bewegung nach Innen (der Aspekt der Esoterik) und eine Bewegung nach Aussen ( im Sinne der Esoterik  https://de.wikipedia.org/wiki/Exoterik) entstehen. Durch diese Bewegungen beginnt ein umfassendes und ganzheitliches Wachstum welches zu mehr Orientierung, Vernetzung (auf allen inneren und äusseren Ebenen) führt. Dadurch dass in der Bewegung nach Aussen mehr Menschen mit ähnlich gelagerten Interessen angesprochen werden wächst der Kreis. In der Regel zeigt sich eine Sättigungsgrenze, das bedeutet der Kreis ist vollzählig. Bereits in der Bewegung nach Aussen entstehen über die Erfahrungen aus der Bewegung nach Innen erste ritualisierte Abläufe. Diese sollten gefördert werden bis sich ein sich organisch anfühlendes Gebilde aus einfachen und komplexeren Ritualen ergeben. Von mir aus gesehen sollte ein Augenmerk bei der Ritualentwicklung auf das Wiederverbinden mit der Natur, den Elementen und allen Wesen gerichtet werden. Damit dieser Prozess für alle Involvierten heilsam ist, darf der Kreis nicht dogmatisch orientiert sein. Grundsätzlich sollten die entstehenden Kreise maximal offen für alle sein. Was nicht bedeutet dass es nicht reine Frauen-, Männer- und Familienkreise geben kann.  Nur dürfen diese Kreise nicht zu einer weiteren Trennung führen. Abspaltung, Negation und Zurückweisung anderer Lebensmodelle sind meines Erachtens ein Teil des Grundübels in dieser anspruchsvollen Zeit.


Im Rahmen des TorWeges arbeiten wir unteranderem an der Förderung von Kreisen und an Ritualen. Ich freue mich sehr auf die Begegnungen im 2021 und hoffe dass wir gemeinsam einen Schritt weitergehen können. Gerne möchte ich Kreise und an Kreisen Interessierte vernetzten. Bitte sende mir einfach eine Nachricht per Email

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